Darin war zu lesen: »KLEBELAND.de und RIOT-ARTS präsentieren EL BOCHO, den bereits international hoch anerkannten Streetartkünstler, der zugleich als Pionier der deutschen Tape-art Szene gilt, bereits in Galerien rund um die Welt ausstellt und sich nun an das größte TAPE-ART Outdoorgemälde der Welt wagt.«
Nach Lesen des kompletten pdfs's hatte man eher das Gefühl auf einer großen Werbetour zu sein, als in einer Ankündigung eines Künstlerprojekts.
Vielleicht ist das der Grund, warum der Bericht nicht mehr auftaucht. Jedenfalls dachte ich mir, daß ich vielleicht auch einmal El Bocho frage, was es mit diesem Weltrekordversuch auf sich hat, bevor mein Blogeintrag ins viel zu negative abrutscht. Denn ein so begnadeteter Künstler wie El Bocho hat eigentlich keine allzu schlechte Kritik verdient.
Meine Meinung war und ist, daß Künstler und Weltrekorde nicht zusammen passen. Aber Weltrekorde scheinen ja gerade in jeder Sparte IN zu sein, und jetzt auch noch im Streetartbereich, hier Tape-Art, da frage ich mich schon, warum man das eigentlich macht und vor allem ob es dabei eher um die Sponsoren oder immer noch um den Künstler geht.
El Bocho meint dazu:
».. also im Gegensatz zu den meisten Leuten bin ich der Meinung, dass Streetart nicht immer Underground sein muß. Es ist doch ein Medium wie viele andere auch. Wenn man Ideen hat, sollte man diese auf jedem Medium bestmöglich raushauen...deswegen schreibt "Ihr" Artikel und andere "posten Blogeinträge". Ich mache Bücher, bin im Internet präsent und eben auch auf der Straße zu finden. Ich mache meine Kunst an nicht legalen Stellen wenn es mir sinnvoll erscheint und eben auch mal an einer legalen Wand.
Ich mag das Material und so habe ich die Möglichkeit zu kommunizieren und meine Ideen und Designs zu zeigen. Ohne Werbung ist so ein Projekt finanziell einfach nicht zu machen, genau wie ein massives Plakataufgebot in den Strassen auch finanziert werden muß. Habt ihr denn keine Werbung in Eurem Magazin???
Am Ende kommt es doch darauf an, das ganze Street-Ding weiter machen zu können und sich selbst immer genug Entwicklungsspielraum zu lassen.«
Recht hat er und hat mich auch mit dieser Antwort ein wenig umgestimmt, auch wenn mir der werbewirksame »Weltrekord« immer noch nicht gefällt, aber das scheint wohl weniger mit El Bocho zu tun zu haben, als mit den Sponsoren.
El Bocho weiter: »Also das Weltrekordding haben sich die Sponsoren, in diesem Fall Klebeland ausgedacht. Mir ist doch sowas vollkommen wurscht. Die Fläche steht nunmal zur verfügung und ist die Front eines zukünftigen Art-Zentrums. Da wir die Urban Affairs stattfinden und viele andere Kunstveranstaltungen. Der Bezug ist also ganz klar. ich hörte, dass Nomad da bereits entwürfe eingereicht hatte und wurde dann aber von dem Hausbesitzer angesprochen, ob ich nicht eine Idee dafür hätte.
Das ganze mit Klebebändern zu machen war eher ne spontane Idee...weil ich eh gerade viel mit den Tapes Arbeite. Warum soll man sowas nicht mal ausprobieren. Es sind halt immer diese Ankündigungen, die das Brot mit der fetten Butter bestreichen. Ne scheibe mageren Frischkäse hätte es wohl auch getan.«
Soviel wieder einmal dazu, lieber mal den Künstler fragen als sich an pdf Ankündigungen zu halten , die wahrscheinlich einfach nur zu schnell und zu unbedacht in einen Blog gestellt werden und damit ein schlechtes Licht auf etwas werfen, das im Endeffekt gar nicht schlecht ist, jedenfalls nicht aus der Sicht des Künstlers.
So und damit ihr euch auch die Ankündigung noch einmal anschauen könnt, von der ich hier die ganze Zeit rede, habe ich das pdf noch einmal auf unsere Seite geladen ( auf der just Seite finde ich es nicht mehr)
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Auch unbedingt besuchen: die Seite von El Bocho
