Montag, 16. Februar 2009 um 09:07

Poster Monday (8)

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Wenn der »Poster Monday« kommt, wißt Ihr, das Wochenende ist vorbei! Jeden Montag werden hier vier kunstvolle Konzert-Plakate der letzten Woche vorgestellt. Heute betrachten wir die neuen Drucke von Rob Jones, Guy Burwell, Zach Hobbs und Melleus.
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Rob Jones »The Raconteurs«

Rob Jones dürfte in der westlichen Poster-Welt, durch seine Siebdruck-Plakat-Serien für die White Stripes und The Raconteurs, kein Unbekannter mehr sein. Seine Bilder und die Art wie er sie umsetzt entsprechen dem Gesetz der Serie. Er verwendete zum Beispiel für die White-Stripes-Plakate nur die reinen Farben Rot und Schwarz und das Weiß des Papiers. Auch den zahlreichen Plakaten für die Band Raconteurs (mit Jack White) verpasste Jones ein striktes Farbschema. Dabei kommen eher Brauntöne zum Einsatz. Auch sein aktuelles Raconteurs-Plakat besitzt die zwei Brauntöne und das Grau des Papiers. Das Motiv selbst ist eigentlich eine Collage aus vielen Motiven. Wir sehen Riesenhasen im Zaumzeug und Augenklappe, Kinder im Westernchic, etwas was wie eine Dampfmaschine anmutet und eine Vogelart die bereits im 17. Jahrhundert ausstarb – ein Dodo. Das ganze Plakat vereint Elemente die danach schreien zu einer Geschichte zusammengefaßt zu werden. Kein Wunder: The Raconteurs bedeutet soviel wie »die Geschichtenerzähler«.

Auch der US-amerikanische Illustrator und Plakat-Künstler Guy Burwell verwendete für sein neuestes Werk schöne Brauntöne. Sein Stil ist sehr geometrisch. Seine Figuren und Kompositionen sind eigenwillig kleinteilig und fügen sich erst durch die gezielt gesetzten Farben zusammen. Für das neue Plakat für Greg Dulli und Mark Lanegan scheint sich Guy Burwell an der Kunst der Kirchenfensterbilder orientiert zu haben. Er stellt die beiden Herren als Ikonen dar. Heilige in der Welt verruchter Musik? Das Plakat ist ein 3-Farb-Siebdruck in den Maßen 44,5 Zentimeter mal 59,7 Zentimeter. Die Druckauflage beträgt 110 Stück und es kostet auf Guy Burwells Webseite lediglich 15 US-Dollar (11,76 Euro).

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Ganz anders als Burwell mit seinem kleinteiligen Linienwerk geht sein Landsmann Zach Hobb zu Rande. Hobbs ist eher ein Meister des Zusammenfassens. Auf seinen Plakaten spielt er oft mit großen Formen, einfarbigen Klecksen oder Kombinationen aus dicken Strichzeichungen und dem Grobraster von Photographien. Eins seiner neuen Plakate ist für ein Konzert der Band Lucero Ende der Woche. Die einfachen Formen setzte Zach, wie ich finde, ziemlich hervorragend ins Format. Der mahnende Ausdruck des schwarzen Kopfes wird nicht zuletzt durch seinen »Mund« verstärkt. Da steht »I Should Assume America is Already Dead?« (Ich sollte annehmen, dass Amerika schon tot ist? ).

»Who killed Amanda Palmer?« könnte die Frage sein, die David Lynchs Fernsehserie »Twin Peaks« zugrunde liegt, wenn es dort nicht um eine Laura Palmer und dem Mord an ihr gehen würde. Amanda Palmer ist die Sängerin der Dresden Dolls. »Who killed Amanda Palmer?« ist also der Titel ihrer Tour und sie selbst ist sehr lebendig. Ein aktuelles Plakat des italienischen Plakat-Kollektivs Melleus bewirbt diese Tour. Die Italiener sind schon seit Jahren Meister im kombinieren von psychedelischen Elementen und Jugendstil-Formen. Nicht anders geht es auf ihrem Amanda-Palmer-Plakat zu. Es zeigt eine Chimäre, ein Mischwesen aus Mensch und Tier, das sich genau diese Frage stellt »Who killed Amanda Palmer?«.
Danny Winkler

relevante Links:
Rob Jones · Guy Burwell · Zach Hobbs · Malleus

Written by Danny Winkler

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