Die schottische Band Mogwai ist eines der Urgesteine der europäischen Post-Rock-Szene. Die hauptsächlich instrumental intonierten Klangteppiche irgendwo zwischen psychedelischem Wahnsinn und atmosphärischen Tonwänden aus sprödem Gitarrenverzerrungen und monotonen Schlagzeugtakt sind wie ein gefundenes Fressen für Plakatgestalter. Hier kann der bildende Künstler nicht nur seine Gehörgänge fliegen laßen sondern auch seine Phantasie und Kreativität sollten bei dieser Band Flügel wachsen. Im heutigem »Poster Monday« möchte ich Euch gleich zwei Plakate für diese Band ins Auge legen. Einer der neueren amerikanischen Plakattalente, John Vogl aus St. Louis, erdachte, erträumte oder erfühlte sich – bzw. den Fans – ein in erdigen Brauntönen gestaltetes Plakat. Ganz offensichtlich nutze er eine felsige Flußlandschaft als Gestaltungsgrundlage für dieses Plakat eines Konzerts Ende des Monats in Philadelphia.
Das zweite herausragende Mogwai-Plakat dieser Woche gestaltete ein gewissen E. Nyffeler. Nyffeler scheint es zu mögen mit großen kantigen Formen zu spielen – eine ähnliche Designsprache die auch die Kreativen des Studios Aesthetic Apparatus sprechen. Für ein Plakat und seine Wirkung in den Straßen ist das eine gestalterisch-praktische Angelegenheit. Die grüne Raupe im Zentrum des Plakates windet sich in Unendlichkeitsschleifen. Nyffeler spielt hier scheinbar mit dem altgriechischen Symbol Ouroboros, der sich selbst fressenden Schlange – hier jedoch die sich selbst fressende Raupe. Ebenfalls ein Symbol für die Unendlichkeit und somit sehr beispielhaft für den »Unendlichkeitssound« von Mogwai.

The Decemberists sind in ihren musikalischen Auswüchsen etwas bodenständiger als Mogwai. Hier wird auch kräftig gesungen – poetisch und erzählerisch. Der Illustrator Ben Wilson gestaltete letztens ein filigran gezeichnetes Plakat und zeigt uns darauf verschiedene Charaktere die gereiht aus dem Rachen eines schnurbärtigen Fisches stiefeln.


Ebenfalls schnurrbärtig geht es auf dem neuen Plakat des australischen Designhauses Autistk zu. Formal großzügig spielt man hier mit einer großen Schwarzfläche gegen einen grellen gelben Grund und rose, blauen und weißen Akzenten.
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John Vogl · E Nyffeler · Ben Wilson · Autistk
Danny Winkler
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John Vogl · E Nyffeler · Ben Wilson · Autistk
