Dienstag, 13. Januar 2009 um 06:00

5 Tage Monster Invasion

Unsere Freunde von forbidden-paradise.com (Kai Sarnes und Michael Hanauer)  wurden Anfang Dezember des letzten Jahres nach Miami zur »Kaiju Monster Invasion« Ausstellung eingeladen. Diese fand in der größten Kunstmesse Amerikas, der Art Basel Miami, ihren Platz. Kai Sarnes schrieb darüber exklusiv für uns einen Reisebericht.

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5 Tage Monster Invasion während der Art Basel Miami

ein Reisebericht

von Kai Sarnes (forbidden-paradise.com)

So langsam wird es unerträglich. Noch eine dreiviertel Stunde bis zur Landung tönt das schwer zu verstehende Englisch mit französischen Akzent über die Bordlautsprecher. Gleich steht uns wieder die langwierige Personenkontrolle am Flughafen bevor, außerdem müssen wir noch den Wagen holen und es sind nur noch eineinhalb Stunden bis zur Ausstellungseröffnung im South Florida Art Center. Ich versuche die letzten Flugminuten zu entspannen und kann nicht glauben, dass unsere Uhren, einmal in Miami angekommen, wieder schneller laufen werden.

Mittwoch / 03. Dezember 2008

Und los geht´s, raus aus Miami International Airport, rein in den für uns riesig wirkenden Mietwagen, die Adressen und den Stadtplan zur Hand geben wir orientierungslos Gas und rollen los. Die Zeit drängt, wir sind auf der richtigen Straße Richtung Osten, nur noch eine halbe Stunde bis zur Eröffnung.

Uns bleibt nicht mehr lange Zeit um unsere Kunstwerke vor Ort richtig in Szene zu setzen und wir  stehen mitten in der „Rush Hour“ von Downtown Miami. Erst jetzt realisiere ich, dass wir uns in Amerika befinden, die Sonne scheint und es ist ca. 25C° wärmer als bei uns in Deutschland - und ich stecke in meiner Winterjacke fest und fange an zu schwitzen. Geschafft, wir sind da, noch zehn Minuten, also schnell rein, die Ausstellungsstücke positionieren, ausleuchten und fertig.
Die Türen der „Kaiju Monster Invasion“ Artshow öffnen sich und die Besucher strömen herein. In der Menge erkenne ich Harold Golen, den Kurator, er nimmt uns herzlich in Empfang und schon werden wir mit den skurrilen und bunten Kunstwerken der Ausstellung konfrontiert.
Hier ein riesiges Diorama aus Bauschaum von Ron Englisch, dort eine fünf Meter hohe Riesenskulptur von Carlos Enriquez Gonzalez aus Venezuela, da ein Godzilla Gemälde von Sam Gambino mit dem Bezug auf Barak Obama´s CHANGE Kampagne und sogar ein als lebendiger Shrooma Tango verkleideter Künstler, der sich gerade mit den Schirmherren der Japanischen Botschaft, gekleidet in ihren schwarzen Anzügen, fotografieren lässt. „Wow, wir sind in Miami!“, staunt Michael Hanauer und stürzt sich neugierig in die schillernde und außergewöhnliche Menge.

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Donnerstag / 04. Dezember 2008

Das war ein Start gestern Abend. Wir lassen unsere Eindrücke Revue passieren und tauschen unsere Erlebnisse untereinander aus. Jetzt gibt´s erst mal landestypisch einen Double Cheeseburger Supreme und als Special Upgrade eine nach Chlor schmeckende Cola im handlichen 1,5 Liter Plastikbehälter zum Frühstück bei Dannys.

Gestärkt tasten wir uns vorbei an Star Island und seinen erstaunlichen Wasser-KFZs nach Miami
Beach. „Oh man ist das alles groß hier!“, höre ich vom Rücksitz. Wir sind auf den Spuren der Art Basel und bemerken immer mehr die Dimensionen der größten Kunstmesse Amerikas. In jedem Viertel Miamis sind Ausstellungen, Installationen unter freiem Himmel und Live Vorführungen zu finden. Es fällt mir schwer einen genauen Überblick darüber zu bekommen, da viele kleine Bars und Geschäfte sich aus eigener Hand an der Kunstwoche beteiligen.
Produkt Design, Grafik Design, Fotografie, Klassische Kunst, Zeitgenössische Kunst.... hier gibt es alles, aber nicht immer zum Schnäppchenpreis. Meine interessanteste Entdeckung war ein Schrank für 12.000.000,00 US $.
Den Abend lassen wir entspannt in unserer absoluten lieblings Tiki-Bar, dem „Mai-Kai“ ausklingen.
Wir sind wieder genauso begeistert wie bei unserem letzten Besuch im Juni 2008, und bestaunen das unbeschreibliche Interieur bei einem Cocktail mit dem Namen Black Magic. „So müsste man wohnen“, höre ich aus einem Gespräch im hauseigenen Dschungel hinter einem Palmenhain
hervor. Wir spazieren durch den Garten, vorbei an Wasserfällen und den riesigen Südsee Göttern, und

bekommen eine private Führung von unseren amerikanischen Freunden und Tiki-Künstlern Tom Fowner und Will. Im Hotel wieder angekommen schließe ich die Augen und die Bilder in meinem Kopf laufen einfach weiter.

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Freitag / 05. Dezember 2008

Und ein neuer Tag beginnt. Wir sind mittlerweile richtig in Schwung gekommen und genießen die Sonnenstrahlen bei einem kurzen Morgenbad im Pool unseres 32-stöckigen Hotels.
Wieder geht´s nach einem deftigen Frühstück nach Miami Beach, heute fahren wir in unserem panzerähnlichen Straßenkreuzer zur INK Fair Miami. Hier findet man jegliche Arten von Kunstdrucken die von extra angereisten, internationalen Galerien in der Hotelanlage „The Suites of Dorchester“ präsentiert werden. Neben Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Damion Hirst sind hier auch Drucke unbekannterer Künstler vertreten. Jedoch vermissen wir hier ein bisschen die Frische und geben uns damit zufrieden, auch mal echte Bilder altbekannter Künstler vor Augen zu haben. Lustiger Weise entdecken wir mal wieder das Thema Tiki und stoßen auf ein Kunstwerk eines deutschen Künstlers der das „Kon Tiki“ Buch-Cover in seine Bildkomposition integriert hat.
Von den verschiedenen Ausstellungslocation gefällt es mir hier bis jetzt am Besten, da jeder Galerie ein Hotel-Apartment zur Verfügung steht, das von seinen Möbeln befreit wurde. Somit hab ich die Chance mir hier Warhol im Schlafzimmer und $ 60 000,00 Bilder im Bad anschauen zu können.
Oh, wir müssen schon wieder weg, schließlich beginnt gleich das „Artist Signing“ bei unserer Ausstellung im South Florida Art Center. Kein Problem, ist ja nur um die Ecke! Naja, um die Ecke zur „Rush Hour“ dauert hier ca. eine dreiviertel Stunde. Wir laufen erledigt eine halbe Stunde zu spät
bei der Autogrammstunde in der Galerie ein und ja wir sind die letzten. Alle sitzen schon da und unsere Stühle in der Mitte sind leer. „The German guys!“, scherzt der befreundete Künstler Nick Satterfield. Die Krönung unserer Autogrammstunde ist, dass wir auch noch feststellen müssen keine Stifte dabei zuhaben.

Nichts geht über eine perfekte Organisation. Mark Nagata ein absoluter Kaiju Profi, Künstler und Hersteller von Designer Toys ist sehr zuvorkommend und überlässt uns einige seiner Zeichengeräte. Wow, gar nicht so leicht da noch Platz für seinen Namen zu finden, wenn so viele Künstler auf dem Show-Plakat stehen. Zum Ausklingen des Tages schlendern wir noch die Lincoln Road auf und ab, eine Art Flaniermeile in Miami, auf der man das eine oder andere interessante vor die Augen kommt.

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Samstag / 06. Dezember 2008

Der letzte Tag ist angebrochen. Wir versuchen noch mal alles hineinzupacken und besuchen die Scope Miami in der 1st Avenue, bei der es um junge und zeitgenössische Kunst geht. Dieses mal ist es ein Messezelt und am Eingang stoßen wir schon auf ein wirklich gigantisches Wandgemälde. Barak Obama im Superman Dress. Wir schauen uns kurz gegenseitig an und sagen entschlossen: „Yes, we can!“. Wir treten ein und man wird buchstäblich mit Farbe und Kreativität beschossen. Wir haben uns mittlerweile davon befreit einen Sinn oder Hintergrund in einem Kunstwerk zu suchen und entdecken somit viele Arbeiten und Ideen die uns wirklich gut gefallen.
Hier kann man Energie spüren und neue Inspirationen finden. Außerdem durfte ich lernen, dass junge Kunst nicht junge Kunst heißt weil sie von jungen Menschen gemacht wird. Gerade habe ich einige Skizzen und Gemälde vom Lowbrow Urgestein und JUXTAPOZ Mitbegründer Robert Williams bestaunt. Ich habe ihn selbst dieses Jahr getroffen und seine Bilder in Büchern gesehen. Aber erst als ich seine Bilder in der Realität vor mir hatte, konnte ich sie richtig bewundern.
Leider ist die Art Basel Miami viel zu groß und es ist viel zu wenig Zeit um sich Dinge in Ruhe anzusehen, geschweige denn daran zu denken alles zu besichtigen. Wir fahren wieder zur „Kaiju Monster Invasion“, wo wir auf die ersten Besucher treffen und ihnen Rede und Antwort zu unseren ausgestellten Arbeiten stehen. Gerade sind wir auch auf eine weitere Ausstellung für nächste Jahr in Chicago eingeladen worden. Toll!

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Die Krönung ist die „Kaiju Themed Music Competition“ bei der man live einer ganzen Reihe verschiedener Musik Künstler und ihren Interpretationen zu B-Movie Ausschnitten lauschen darf. Ich habe so etwas wirklich noch nie vorher gesehen und muss wirklich nicht schlecht staunen, als ein skurriler Künstler mit einem Mikrofon ein Monster zehn Minuten mit seinen Magengeräuschen imitiert. Zum Schluss gibt es jetzt noch das „Final Kaiju Battle“ bei dem sich zwei, als Monster, verkleidete Männervor der Pappkarton Skyline von Miami Beach bekriegen. Zum Glück kommt die weibliche Riesenmotte Mothra herein und rettet Miami Beach vor der Invasion. Hut ab! Das hat uns alle irgendwie ganz schön beschäftigt.
Jetzt geht wirklich nichts mehr - totale Reizüberflutung.
Morgen Früh geht´s wieder zurück und ich freue mich schon auf zu Hause und ein bisschen Ruhe, um meine Inspirationen die ich hier bekommen habe zu ordnen.
Look out for the monsters!

noch mehr Bilder findet ihr auf den Seiten von forbidden-paradise.com.

Kai Sarnes

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Written by Mario Marquardt

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