Ich versuche bei der Analyse meiner Arbeit den „magischen“ Aspekt des kreativen Prozesses zu berücksichtigen, um nicht allzu rational rüberzukommen.

Zu „Dead Kid“ kann ich nicht wirklich eine Geschichte erzählen. Das Bild IST die Geschichte. Es enthält alles was ich zu sagen hatte. Den Rest der Geschichte muß sich der Betrachter selbst dazudenken. Ich möchte, daß die Leute, die sich meine Bilder ansehen etwas eigenes „fühlen“, daß sie sie wie Träume erleben, daß sie durch ihre individuelle Wahrnehmung ihr eigenes Verständnis für sie entwickeln...
Was ich über „Dead Kid“ sagen kann, ist, daß das zentrale Motiv, das es enthält, die Beziehung zwischen Leben und Tod ist: Der Tod als Bestandteil des Lebens und das Leben, das in irgendeiner Weise in dem präsent bleibt, was wir Tod nennen... als würden die Linien zwischen Leben und Tod verschwimmen, um sie nicht als totale Gegensätze zu sehen oder als total voneinander getrennt...
Wie in fast allen meinen Arbeiten ist das eine ernste persönliche und metaphysische Frage, die aber auf ironische und humorvolle Art dargestellt wird.
Ich wollte, daß sich das Stück wie eine Zeichentricksequenz anfühlt, wie ein altes Spielzeug oder wie ein interaktives Kinderbuch aus dem 19. Jahrhundert... Ich wollte mich auf den Leben/Tod, Tod/Leben (und so weiter) Zyklus beziehen mit der Möglichkeit die Maske zu öffnen und zu schließen, um den Totenkopf zu enthüllen oder zu verstecken... Ich sehe mich selbst ein wenig wie einen Präparator.
Für mich sind Bilder wie eine Illusion des Lebens. Dieses tote Kind auf einer Bühne, das vorgibt immer noch am Leben zu sein, ist auch eine Metapher davon, bezogen auf mich und meine Arbeit als Maler... (Turf One)

ABOUT THE ARTIST
Turf One is somewhat obsessed with Victorian-looking midgets sporting dandy facial hair, Russian icons, dead things of all sorts, carnival sideshows and seedy vermin-infested theatre stages. Technically, his paintings are reminiscent of the 15th century Flemish Primitives. Kind of.
Jean Labourdette, as his mom still likes to call him, has forged a unique artistic vision and signature aesthetic over years of compulsive creation. In the late eighties he began his journey on the streets of Paris as a graffiti artist renowned for his distinctive and surreal characters. Over the years, Jean evolved into a prolific multidisciplinary artist working as an illustrator, comic artist, filmmaker and painter. Today, he spends most of his time painting in a messy studio that Bacon would have been proud of, sipping on espressos and beer and talking to himself.
His paintings have shown in galleries around the world including in Paris, New York, San Francisco, Miami, Rome, Toronto, Montreal and Vancouver. He has created art for clients such as Kanye West, Sony Music, Universal Music, the Canada Council for the Arts, Pound magazine and Le Cirque du Soleil.
Internet: www.turfizm.com
