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Montag, 21. September 2009 um 15:30

Paul Pretzer erhält Robert-Sterl-Preis

Am 17. September wurde zum dreizehnten Mal der Robert-Sterl-Preis verliehen um hervorragende künstlerische Leistungen von Meisterschülern der Hochschule für Bildende Künste Dresden zu fördern. Der diesjährige Preisträger, der Maler Paul Pretzer, zeigt in einer dazugehörigen Sonderausstellung in der Kunsthochschule Dresden neue Bilder.

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Vermutlich war die vorlesungsfreie Zeit Schuld daran, dass letzten Donnerstag der große Ansturm zur Vernissage ausblieb. Die Kunststudenten der HfBK Dresden nutzen sonst recht gern und zahlreich diese hausinternen Ausstellungen. Nicht nur als Treffpunkt und um den kostenlosen Wein zu erwischen, sondern auch um sich über das Schaffen ihrer Mitstudenten zu informieren.

Bis vor zwei Jahren war Paul Pretzer selbst noch Student in diesem ehrwürdigen Prunkschloss auf der Brühlschen Terrasse, dem »Balkon Europas« wie es heißt. Heute steht er als Maler auf eigenen Beinen. Er hat an verschiedenen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen und mit der Hamish Morrison Galerie eine gute Vertretung in der Hauptstadt Berlin gefunden. Paul Pretzer wurde in Estland geboren. 2002 begann er ein Kunststudium in Kiel und wechselte 2005 an die Dresdner Akademie, wo er 2007 sein Diplom in Malerei und Grafik bekam und seit dem weiterhin Meisterschüler bei seinem Professor Ralf Kerbach ist.

Letzte Woche bekam der 28-Jährige den mit dreitausend Euro dotierten Robert-Sterl-Preis der Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden verliehen. Im Rahmen dessen zeigt Paul Pretzer in seiner Ausstellung »Kleine Taten, große Gefühle« neue Bilder im Senatssaal der HfBK. Seine Bilder sind eine Mischung aus bitterbösem Humor, Cartoons und gelegentlichen Anspielungen auf die Kunstgeschichte. So wies die Kuratorin der Ausstellung Susanne Greinke in ihrer Einführungsrede auf die Titelverwandschaft zu Renoirs »La femme au perroquet« (Die Frau mit dem Papagei) hin. Paul Pretzer setzt das Thema Frau mit Papagei auf seine ganz eigene schwarzhumorige Art malerisch um, indem er die Papageien die Frau angreifen lässt. Anders als in früheren Bildern werden in den neuen Gemälden weniger Körper zersägt und malträtiert. Bis auf einen Wadenbeisser in einem der kleinformatigen Bilder und dem Biss in den Kopf einer Puppe in einem anderen Bild namens »Knackpunkt« bleibt die ganz rohe Gewalt außen vor. Trotz allem haben die Protagonisten in Paul Pretzers Malereien auch sonst wenig zu lachen.

Noch bis zum 11. Oktober kann man »Kleine Taten, große Gefühle« im Senatssaal der HfBK besuchen. Der Ausstellungsraum liegt etwas versteckt in der zweiten Etage der Schule, ist aber durchaus für Laufpublikum geöffnet – Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Montag geschlossen.

Hochschule für Bildende Künste Dresden, Brühlsche Terrasse 1, 01288 Dresden

papagei
»La femme au perroquet«, Öl auf Holz

knackpunkt
»Knackpunkt«, Öl auf Holz

Photos: Nadja Poppe

Written by Danny Winkler

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