Donnerstag, 01. Oktober 2009 um 10:58

Alfons Mucha Retrospektive in München

Als junger Mann von der Kunstakademie abgelehnt wurde der Tscheche zu dem Repräsentanten einer ganzen Kunstepoche. Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München zeigt ab 9. Oktober eine große Retrospektive von Alfons Mucha, dem Meisters des Jugendstils.

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Alfons Mucha »Tod der Braut des Hasanaga«, 1899
Kohle auf ockerfarbenem Papier, 44,7 x 59,7 cm
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Nationalgalerie Prag

Der Mythos vom anfangs verschmähten und dann doch weltberühmten Künstler existiert mindestens schon so lange wie es Kunstakademien gibt. Der Urvater der modernen Malerei Paul Cézanne wurde zum Beispiel regelmäßig von der staatlichen Kunstakademie abgelehnt. Und auch Edouard Manet und seine Impressionistenkollegen wie Renoir, Monet oder Degas wurden oft vom jährlichen Pariser Salon ausgeschlossen. Das waren alles Künstler die später Weltruhm erlangten und einen enormen Einfluss auf die Kunst nahmen. Nicht anders erging es einem jungen Tschechen namens Alfons Maria Mucha. Er wurde 1878 von der Prager Akademie abgelehnt und wurde später der Hauptrepräsentant einer ganzen Kunstrichtung: dem Jugendstil.

Alfons Mucha ist bekannt für seine detailliert ausgearbeiteten Plakatentwürfe, Buchillustrationen und Schmuckkreationen. Seine strengen Frauenbilder die zugleich sinnlich von wallenden Kleidern und reicher Pflanzenornamentik umgarnt werden, waren stilprägend für die Kunstepoche des Jugendstils. Die üppigen Dekorationen waren zu ihrer Zeit bahnbrechend und regelrecht avantgardistisch. Heute kaum vorstellbar, mutete der Jugendstil zu Ende des 19. Jahrhunderts fast schon minimalistisch an – stand dem doch das schwere wulstige Neubaroke des angestaubten Bürgertums gegenüber. Die filigranen Linien des Jugendstils, die zarten Blümchenornamente und leichten Nymphenbildnisse brachten die nötige Leichtigkeit in Dekoration, Design und Baukunst.

ex2105-2009-2_800pxIn der Ausstellung »Alfons Mucha. Meister des Jugenstils« zeigt die Münchener Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung jetzt eine große Retrospektive seines Werks. In dieser Schau wird aber nicht nur Muchas Dekorationskunst zum Thema gemacht, sondern auch der Maler Alfons Mucha wird in ein neues Licht gerückt. Neben seinen weitverbreiteten Druckgrafiken schuf Mucha zum Beispiel auch große Historiengemälde, großformatige Wandgemälde, sowie zahlreiche Pastell- und Kreidezeichnungen.

Nachdem Mucha damals von der Prager Akademie abgelehnt wurde siedelte der Neunzehnjährige nach Wien um, wo er von 1879 bis 1881 eine Schule für Theatermalerei besuchte. Nach einem anschließenden Aufenthalt in München zog es ihn 1889 nach Paris, in die damalige europäische Kunsthauptstadt. Dort gab es neue Impulse, dort wurden neue Kunststile diskutiert und etabliert. Die bekannte Schauspielerin Sarah Bernhardt war einige Jahre später auf der Suche nach einem Künstler. In Alfons Mucha fand sie den idealen Repräsentanten ihrer Person und vergab an ihn den Auftrag für ein Plakat des Theaterstücks »Gismonda«. Das Plakat war ein so großer Erfolg und bedeutete den Durchbruch für Alfons Mucha. Neben der Ausführung zahlreicher Gestaltungsaufträge für Theater und Werbung hegte Mucha schon lange den Wunsch monumentale Werke zu schaffen. Eine erste Gelegenheit erhielt er 1900 auf der Pariser Weltausstellung. Mit dem Auftrag den Pavillon Bosnien-Herzegowina auszumalen lieferte Mucha einen wichtigen Beitrag für das Großereignis der Jahrhundertwende. Auf großen Leinwänden schildert er die Geschichte des Landes. Der Großteil der Wandbilder ist erhalten geblieben. In der Münchner Ausstellung werden sie zum ersten Mal innerhalb der maßstäblich rekonstruierten Zentralhalle des damaligen Pavillons wieder zu sehen sein.

Zehn Jahre später ermöglichte der amerikanischer Mäzen Charles R. Crane die Realisierung des »Slawischen Epos«, ein Zyklus mit zwanzig monumentalen Darstellungen zur Geschichte der Slawen. In »Alfons Mucha. Meister des Jugenstils« werden zwei dieser Gemälde, sowie eine Anzahl von Skizzen, Studien und Übertragungszeichnungen, gezeigt. Diese Werke gelten heute als monumentale Hauptwerke Muchas.

»Alfons Mucha. Meister des Jugendstils«, Retrospektive
Ab 9. Oktober 2009 bis 24. Januar 2010
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theaterinerstr. 8, 80333 München


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Alfons Mucha »Tierkreiszeichen für La Plume«, 1896
Farblithografie, 64,5 x 48 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Albertina, Wien


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Alfons Mucha »Prinzessin Hyazinthe«, 1911
Farblithografie, 125,5 x 83,5 cm
Mucha Trust
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009


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LINKS: Alfons Mucha »Die Kameliendame, Sarah Bernhardt«, 1896
Farblithografie, 207 x 77 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Albertina, Wien
RECHTS: Alfons Mucha »Medea«, 1898
Farblithografie, 201,5 x 75 cm
Moravische Galerie, Brno
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Moravische Galerie, Brno


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Alfons Mucha »Job«, 1896
Farblithografie, 60 x 46 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: MAK

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Alfons Mucha »Frau mit Margerite«, 1898/99
Bedruckter Veloursstoff, Hintergrund rostrot, 78,5 x 81 cm
Bibliothèque Forney, Paris
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Bibliothèque Forney, Paris


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Alfons Mucha »Slavische Einigkeit, Entwurf für das Deckengemälde des
Primatorensaales im Repräsentationshaus der Stadt Prag«, 1910/11
Öl/Leinwand, 120 x 120 cm
Galerie der Hauptstadt Prag
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Galerie der Hauptstadt Prag


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Alfons Mucha »Portrait von Jaroslava, Tochter des Künstlers«, 1916
Rote, schwarze und grüne Kreide/Papier, 26 x 19 cm
Mucha Trust
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009


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Alfons Mucha »Selbstportrait mit Palette«, um 1907
Öl/Leinwand, 44 x 30 cm
Mucha Trust
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009

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Alfons Mucha »Entwurf für Tafel 35 der Documents Décoratifs«, 1902
Bleistift und farbige Kreide/Papier, 53 x 34 cm
Mucha Trust
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009


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Ansicht des Pavillons für Bosnien Herzogowina in der Mucha-Ausstellung im
Belvedere, Wien 2009
Foto: Belvedere/APA-OTS/Ludwig Schedl


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Alfons Mucha »Der heilige Berg Athos«, 1926
Eitempera/Leinwand, 405 x 480 cm
Galerie der Hauptstadt Prag
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009, Foto: Alfred Weidinger


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Alfons Mucha »Die Natur«, 1899-1900
Bronze, vergoldet, Malachit, Höhe: 70 cm
Gießerei: Pinedo, Paris
Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel
© Mucha Trust 2009, VG-Bild-Kunst, Bonn 2009
Foto: Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel

Written by Danny Winkler

3 comments

  • Comment Link Drahosch Richard Dienstag, 24. August 2010 um 08:51 posted by Drahosch Richard

    www.sachfahndung.de.. Gemälde..Mucha Alfons, diese Gouache Plakatentwurf1911
    wurde mir in Prag6,Pelleova6 veruntreut,
    bzw. gestohlen,
    www.flickr.com.. Mucha Alfons
    es handelt sich bei dieser Gouache von Alfons Mucha um ein Wetrk seiner besseren Zeit!

    sachdienliche Hinweisse wo sich diese Gouache befindet bitte an meine e-mail
    Drahosch Richard: richie1889@yahoo.de
    und die meines Bruders Mag.art Drahosch Ludwig: atelierdrahosch@yahoo.de

    dieser Diebstahl bzw. veruntreuung und unterschlagung erfolgte ca. im Frühjahr
    2007!
    Diebstahlsanzeige wurde in Linz Kripo bei Herrn Handlos getätigt, Nitschestra.33 Kriminalpolizei und weitergeleitet an die Staatsanwaltschaft für Prag6 und Interpol.

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
  • Comment Link Drahosch Richard Dienstag, 22. Juni 2010 um 07:02 posted by Drahosch Richard

    Kunstdiebstahl eines Plakatentwurfes in Prag6: WANDET wwww.sachfahndung.de
    Mucha Alfons!

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
  • Comment Link Drahosch Richard Montag, 21. Juni 2010 um 13:01 posted by Drahosch Richard

    www.sachfahndung.de in Prag6 veruntreute und gestophlene Gouache von Alfons Mucha
    1911, Plakatentwurf!
    Infos bitte an die nächste Kriminalpolizei;
    an Drahosch Richard: richie1889@yahoo.de,
    an Mag. art Drahosch Ludwig:
    atelierdrahosch@yahoo.de,
    erbite um sachdienliche Hinweisse:
    facebook: drahosch richard drahosch
    Web: Alfons Mucha/ Veruntreuung,
    /diebstahl
    Tel.: 0699/103 60 443 Drahosch Richard

    Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

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