Es ist wieder soweit: Kunst muss sich erneut der Zensur der amtierenden Machtinhaber unterziehen und das in einem freien und demokratischen Staat. Für Deutschland ist die Kunstzensur nichts neues. Vergleiche im unfreien Umgang mit Kunst sind schnell zur Hand. Erinnerungen an die diktatorischen Maßregelungen im Nationalsozialismus oder des DDR-Regimes werden dabei leise wach. Aber in freien Zeiten eines souveränen und freien Staates ist diese Tatsache einfach absurd.
Die angebliche Kunst- und Kulturstadt Dresden katapultiert sich mit solchen gravierenden Massnahmen ins Abseits der kulturoffenen Welt und wird dabei zum Gespött des kunstliebenden Volkes. Das paradoxe daran ist, dass Oberbürgermeisterin Orosz das gleich selbst in die Hand nimmt.
Liebe Frau Orosz Kunst hat nicht die Aufgabe in irgendeiner Weise eine Würde oder eine Intimsphäre einer öffentlichen Person zu beeinflussen. Kunst sollte immer sagen können was sie will. Kunst sollte immer ein Ausdrucksmittel bleiben um das sagen zu können was auf anderem Wege nicht möglich ist. Dies zu steuern oder gar verbieten zu wollen führt die Kunst in eine Sackgasse und wird dadurch genau zum Gegenteil von dem was sie eigentlich sein sollte: ein Ventil! Sie müssen wissen, dass dieser Skandal wahrscheinlich nun erst recht zur Verbreitung des Bildes führen wird. Das Internet ist ein Selbstläufer und die undurchdringlichen Wege werden hoffentlich bald zur Veröffentlichung des Werkes beitragen. Und gerade Bilder die einem öffentlichen Skandal ausgesetzt werden, können sich einer gewissen Popularität sicher sein. Den Zorn der Kunstwelt aufsich zu ziehen war noch nie ein schlauer Schachzug.
Ob die Kulturtreibenden und Kunstschaffenden Dresdens das Verhalten von Frau Orosz tolerieren werden, wird sich zeigen. Frau Orosz und das Gericht setzen auf jeden Fall mit diesem Urteil ein ganz klares Negativzeichen für die Kunst in der Stadt. Armes Dresden!
Der ganze Vorfall noch einmal bei zensurpirat.de .
