Mittwoch, 18. Februar 2009 um 12:59

»muralismo morte« in Dresden

kain logos
Kain Logos

Die Wandmalerei ist tot. Ist sie tot? Mit der Ausstellung "muralismo morte" in Dresden treten zehn junge Künstler aus Kopenhagen, Mailand, Vercelli, Leipzig und Dresden den Gegenbeweis an. Sie alle stammen aus der vitalen Street Art-Szene Europas, die immer wieder totgesagt wurde. Dabei spielen sich in diesem Grenzbereich zwischen Subversion und bildender Kunst oft spannendere Projekte ab als in eingefahrenen Strukturen.
Überall haben sich innovative Street Artisten den Restriktionen von Instanzen und dem weitverbreiteten Unverständnis beugen müssen: Der öffentliche Raum ist/gibt nur noch wenig Spielraum. Aus diesem Grund sind besonders Brachflächen und verlassene Gebäude zu ihren Zielen geworden. Dort entstehen phantastische, kritische und zeitgemäße Kommentare.
Die Dresdner Friedrichstadt bildet ein solches ideales Biotop, das zu Interventionen geradezu auffordert bzw. wie eine große Freiluftgalerie dazu einlädt, die in den letzten Jahren entstandenen Kunstwerke zu entdecken.
In der Motorenhalle schlägt das Herz des Projekts: Hier entsteht ein installatives Gemeinschaftswerk der Beteiligten internationalen Riege. Ein Mosaik aus Doku-Filmen, Fotos, Skizzen und schrägen Artefakten ist zu betrachten, Vorträge der Aktivisten finden statt.
Doch das Blut zirkuliert im Außenraum: "muralismo morte" bietet zusätzlich Rundfahrten zu den Brachflächenoasen des weithin unterschätzten Viertels Friedrichstadt an. Der direkte Kontakt zur Kunst gehört zum Masterplan der Muralisten.

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Syrus


zu den Künstlern:

Eleuro aus Vercelli arbeitet vorrangig im ländlichen Raum Piemonts. Dort verziert er alte Cascinas (Bauernhöfe) oder ganze verlassene Siedlungen.

Marvin Crushler aus Mailand arbeitet sowohl an Wänden im ländlichen Raum wie auch im urbanen Raum der norditalienischen Metropole. Gemeinsam mit Bera White und Eleuro entwickeln sie Gruppenbilder in denen individuelle Stile zu einem gemeinsamen verschmelzen.

Macoy aus Kopenhagen arbeitet vorrangig allein. Er erkundet dabei verlassene Gebiete, Über- und Untertage,oder hinterlässt Plakatinterventionen im Stadtraum.

Der Leipziger Syru betätigt sich seit 2004 mit Plakaten und Stickern in der Messestadt. Dabei fertigte er unzählige Plakatmalereien für zugemauerte Fenster an. Seine Arbeiten sind häufig im öffentlichen Raum wahrzunehmen - doch ausschließlich auf verlassenen Gebäuden platziert.

Kain Logos, Möe, bbstepho und The Inflammable Fireboys vertreten die lokalen Brachenmuralisten.
Möe und Kain Logos arbeiten schon seit vielen Jahren in verlassenen Gebäuden, doch ihre Arbeitsweise ist grundlegend verschieden. Möe plant seine Interventionen genau vor, Kain Logos hingegen erkundet den Ort und beginnt sofort mit der Arbeit. Logos' Werke entstehen dann in einem exzessiven Malfluss. Linien zischen durchs Bild, Farbverläufe erzeugen dynamische Bewegung.

Die meisten der Street Art-Künstler wählen für ihren Auftritt ein Synonym, nicht zuletzt um ihre Identität gegenüber Verfolgungen zu verhüllen. Mittlerweile haben sich diese Namensfindungen zu einem unverzichtbaren Markenzeichen der Street Art verselbständigt.

Der Organisator:

Kreativer Kopf des Projekts ist Jens Besser, Absolvent der Dresdner Kunsthochschule. Seit 2008 betreibt er mit Freunden das Künstlerhaus KOLONI in Pieschen. Seit 2006 organisiert er die Serie "urban script continues" (Usc), wo bislang Street Art im Allgemeinen thematisiert und mit Vorträge,Ausstellungen, Workshops und Stadtrundgängen vorgestellt wurde.

Programm:

Vorträge von Künstlern, Kunsthistorikern und Ausstellungsmachern über die Vielfalt der Street Art Aktivitäten.
Workshops an der öffentlichen Leinwand "public canvas" von KOLONI (Torgauer Str.40)
ATTENZIONE:
Das aktuelle Programm findet man auf www.anartchy.com/urbanscript .

Adressen:

Ausstellung und Vorträge - Motorenhalle, Wachsbleichstrasse 4a
Workshops & "public canvas" - KOLONI , Torgauer Strasse 40
Führungen starten an der Motorenhalle. Bitte mit Fahrrad kommen.

Eröffnung "urban script continues'09 - muralismo morte"
19.03 2009 - 20 Uhr ( musik von solarsoundnetwork )
motorenhalle - Wachsbleichstr. 4a 01067 Dresden

via mail

Written by Mario Damian

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